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ENDE

Hallo liebe Freunde!!!

Gestern bin ich in Schwechat angekommen. Und somit endet die zeit in Kairo so wie sie begonnen hat: Oma und Opa holen mich ab, Heuriger, ein Glas guter Wein.

Die letzten Tage in Kairo waren noch ziemlich angefüllt mit Programm. Michi und ich waren noch in der weißen bzw schwarzen Wüste, die liegt etwa 4 Stunden vom Delta entfernt. Außerdem habe ich mich ja natürlich von allen meinen freunden verabschieden wollen. Schön war, dass wirklich fast alle zu meiner Abschiedsfeier gekommen sind. Zum Abschied habe ich Kaiserschmarrn gemacht. Das war eine gute Entscheidung, weil er für alle neu war. Für Ägypter, Franzosen, Amerikaner, Italiener, Deutsche.

Mit meiner Heimkehr stehen wie bereits erwähnt prüfungen an, für die ich mich im Februar vorbereiten muss.Jetzt muss ich mich auch erstmal von den 20 Grad plus an minus Grade gewöhnen, an die unglaubliche Stille, die mich im Kremstal erwartet (ich bin grade noch in NÖ), an die Luft, die man in vollen Zügen genießen kann, an SPORT! der in kairo etwas zu kurz gekommen ist, an Filterkaffee, Brot, anständiges Bier.

Auf  jeden Fall werde ich ägypten vermissen, meine Freunde und die offenherzigen Menschen, die Sprache.

ya masr, ya habibti.

Vielen dank fürs lesen, hiermit schließe ich den Blog, alle Neuigkeiten werden von jetzt an bei einem Kaffee weitergegeben.

lgS

Excuse me, are you…?

Über meinen Aufenthalt in England habeich damals nicht so viel berichtet. Da wusste ich noch nicht einmal was ein Blog ist. Danke Oma, dass du mir den Blog eingerichtet hast, sonst müsste ich wohl sehr viel Zeit damit verbringen Emails zu schreiben!

Jedenfalls auf was ich hinaus will: In einem Theater in London ist mir mal folgende nette Gegebenheit zugestoßen. Eine Frau sitzt auf dem Sitzplatz neben mir, wir haben noch kein Wort miteinander gewechselt. Plötzlich dreht sie sich vollkommen zusammenhangslos um zu mir und fragt mich in wunderschöner englischer Damenmanier: “Excuse me, are you Russian?”  – ich war damals einfach nur verdutzt, woher kam denn jetzt diese Frage, beginnt man so ein Gespräch?!

Und bei dem Konzert von den Aserbeidschanern steht wieder so eine Frau irgendwo neben mir, eine kleinlichere, etwas sibirisch wirkende Frau. Dreht sie sich um zu mir und fragt mich (wieder ohne Zusammenhang) in gebrochenem Englisch: “Excuse me, are you from Aserbeidschan?” Bei der Frage habe ich schon etwas grinsen müssen und verneint. Daraufhin sie: “Are you from Russia?” Bei der Frage und bei der Erinnerung an die englische Lady hab ich einfach zu lachen anfangen müssen, die Tränen sind mir in die Augen geschossen. Die arme Frau hat sich garnicht ausgekannt, warum mich diese Frage so glücklich macht.

Nein, ich bin nicht aus Russland, auch nicht, wenn ich noch einmal gefragt werde.

 Hallo liebe Leute!!!

Ich komme wohl gerade aus der besten Kulturveranstaltung, die ich je gesehen habe.

Aber zuvor eine Frage: Was ist das absurdeste Land das ihr euch vorstellen könnt???

Und jetzt stellt euch vor, Ihr seid von diesem Land zu einem Empfang und einem Konzert und Tanzvorführung mit Leckerbissen der Landeskultur eingeladen. In meinem Fall wurde ich indirekt eingeladen. Nicht vom Botschafter selbst sondern von Farid, der hatte eine Karte mehr… Aber Karte ist Karte, und deswegen bin ich hin.

Schon an ein Land gedacht???

RICHTIG, Aserbeidschan.

HAHA

Ich hab nicht einmal gewusst, wo das liegt, geschweigedenn, was die Hauptstadt ist. Die Hauptstadt ist also anscheinend Boko, Aserbeidschan liegt am Kaspischen Meer und grenzt im Süden an den Iran. Mein Wissen war NULL, und deswegen habe ich auch vorher etwas skeptisch gewirkt:

Und gestern war dann der Abend. Die haben eine solche Hammeraufführung geliefert, dass mir die Worte gefehlt haben, wie ich rausgekommen bin. Ich habe einfach keinen korrekten Satz herausgebracht!!! Das programm war Tanz, Gesang, Orchester. Die Musik war irgendwo wzischen Türkisch und Arabisch vom Klang, aber natürlich hab ich kein Wort verstanden, weil die Sprache – Aserbeidschanisch – auch irgendso ein Mix ist zwischen Türkisch und Russisch. Aber das richtig schöne waren eigentlich die Tänzer, das war ein wahrgewordenes Märchen, die Kostüme, das Aussehen, die Bewegungen. Der Abend hat daraufhin mit einem schmackhaften Buffet und einer ausgereiften Konklusion geendet: VIVE Aserbeidschan.

Im Gegensatz zu dieser Atemberaubenden Show hier zwei Fotos vom Nil, wie er jeden Abend da liegt, schon seit Jahrhunderten, Jahrtausenden. Gestern hat mich einer bei dem Abend gefragt, ob ich denn wieder nach Ägypten komme, einmal in ferner Zukunft. “Ich denke schon”, habe ich gemeint, daraufhin er: “Wer einmal vom Wasser der Nils getrunken hat, bleibt immer sein Kind” oder so was in der Art.

OK, ich denke das hat er in Übertragenem Sinn gemeint, weil selbst nach 4 Monaten würde auch ein kleiner Schluck den sicheren Tod bedeuten;)

Und hier bin ich beim Lernen und Winterzaubertee-von-Mama-Schlürfen, nur damit ihr wisst, dass das Leben hier nicht nur Zuckerschlecken (wenn auch viel) ist.

Oben noch einmal der Nil, ein gut gelungener Schnappschuss, find ich, wirkt durch das Licht fast schwarz weiß!

Unten bin ich mit dem Bild, das Farid von mir gemacht hat, erkennt man mich??

Zwei Wochen sinds nur mehr ungefähr. Jetzt muss ich mir langsam meine Zeit einteilen, so traurig dass auch ist… Gleichzeitig ist hier wie immer viel los: die Ruhe, die man in Österreich so leicht findet, wenn man spazieren geht oder joggen oder wenn man einen Freund besucht, gibt es hier nicht. Das fällt mir immer mehr auf. Zum Beispiel ist man nach einem Spaziergang meistens angespannter als vorher. Ständig schwebt man in Lebensgefahr, oder hat zumindest den Eindruck, dass die so knapp vorbeischerenden Autos einem fast über die Fersen fahren!!!Ich fühl mich also ein bisschen gestresst. In der Arbeit war auch sehr viel los, mein Hauptprojekt, die Überarbeitung der Homepage ist fast daran gescheitert,  dass der Computermensch sich seine Arbeit aus der Nase rausziehen hat lassen. Sprich: Er hat nicht sehr viel Initiative gezeigt, so dass mein Chef und ich zu dem Entschluss gekommen sind, genug! wir werfen ihn raus. Wie er das gehört hat, hat er offensichtlich noch mal einen Energieschub bekommen zumal er ja seine Anzahlung zurückzahlen hätte müssen. Darauf haben wir uns vertraglich geeinigt, dank meinem Chef, der als Jurist weiss wie man so was macht.Kurz war es aber fast so weit, dass ich ihn feuern hätte müssen. Ich. HAHA. Eigentlich bin ich noch in einer Phase meiner Karriere, wo man eher mich feuert und nicht umgekehrt.

Wie es scheint, ist das Projekt aber jetzt in seiner Abschlussphase, im Februar wir die überarbeitete Seite zu sehen sein, aber das liegt dann eigentlich schon wieder in den Händen meiner Nachfolgerin…

Also, das zum einen, zum anderen werde ich mich bald von den vielen Freunden verabschieden müssen, die ich ja auch noch sehen will, bevor es so weit ist, dass ich abreise. Einer von ihnen, Raschid, ich habe von im berichtet, hat übrigens mich und den Michi (ein Grazer/Oberösterreichischer Freund, der mich besuchen kommt) zu sich nach Assiut eingeladen. Seine Eltern haben einen Bauernhof am Nil und da werden wir einen vollkommen neuen Einblick in das ägyptische Leben bekommen!

Ganz anders: Ich habe glaub ich noch nicht erläutert wie’s  mit Alkohol gehalten wird hier. Dafür dass den Ägyptern die Erfindung des Bieres zugeschrieben wird, haben sie die Braukunst aber meiner Meinung nach noch nicht gemeistert. Wie der Paul ein Stiegl mitgenommen hat, und wir das Stella und den Salzburger Hopfentrunk nebeneinander ausprobiert haben, hat es einen klaren Sieger gegeben. Stiegl. Naja, es heißt aber, dass sich die Qualität des ägyptischen Stellas  schon verbessert haben soll, so ein Reiseführer und weiter, “immerhin setze sich heutzutage nicht mehr Sand am Boden des Glases ab”. Haha.

Und hier kauft mans:

Solche Läden werden aber meistens von Kopten geführt. Im Koran steht 5 mal etwas über den Alkohol, hier ein beispiel:

5:90 O ihr, die ihr glaubt! Berauschendes, Glücksspiel, Heilige Steine und Heiligenschreine sind ein Gräuel, das Werk des Satans. So meidet sie, auf dass ihr erfolgreich seid;

Ich habe aber auch schon genug muslimische Ägypter kennengelernt, die auch hin und wieder ins Glas schauen, manchmal sogar tiefer als die Leute in der Alpenrepublik. So ist das halt, auch hier gibt es eine riesige Spannweite und viele Unterschiede zwischen denen, die diese Verse ernst nehmen, und denen, die das alles halb so wichtig sehen.

Zur Zeit ist ja übrigens die Anfangsphase des Afrikacups, Ägypten ist zweifacher Titelhalter, und schlägt sich auch bis jetzt wunderbar. Und die Ägypter drehen schon wieder fast durch! Alle drei Spiele haben sie bisher gewonnen! Hier eine Werbung von Pepsi. Drauf steht im ägyptischen Dialekt: “Es gibt nichts wichtigeres als Ägypten anzufeuern”. Weiter so, Ägypten, an-naSr limaSr.


Auf der Straße…

Ich habe kürzlich endlich wieder mal daran gedacht, meine Kamera mit auf die Straße zu nehmen. Hab den Hinweis von Mama ernst genommen, die gemeint hat ich soll noch mehr normale Sachen fotografieren. Voilà, hier sind sie. Natürlich nicht alles, was ihr sehen müsstet, aber ich hab ja noch etwas Zeit, da herum zu fotografieren.

Also, die Fotos hier habe ich gemacht auf dem Weg von der Arbeit in den Sprachkurs. Kraut und Rüben, einfach quer durchs Gemüsebeet:

Eigentlich stimmt das nicht ganz, die beiden hier sind der Blick aus meinem Büro, es kommen auch noch ein paar vom Wust-il-Balad, dem Stadtzentrum, die hab ich schon ein anderes mal gemacht.

Und hier putzt einer Fenster, Sicherheit wird hier halt nicht so gesehen ;)

Gleich neben unserer Botschaft ist auch die israelische. Die Fahnehaben sie echt nicht sehr auffällig aufgehängt! Irgendwoin 50 Metern Höhe flattert sie im Wind – man muss sich bewusst werden, dass die Ressentiments gegenüber Israel hier noch SEHR groß sind, obwohl seit einigen Jahren Frieden herrscht. Aber den gibt es nur offiziell.  Anscheinend ist das eine von den zwei israelischen Fahnen, die man in der arabischen Welt finden kann. Die andere hängt in Jordanien!

Am Weg zum Sprachkurs, der eher im Norden, auf der Giza Seite von Großkairo liegt (zur Erinnerung, die Botschaft liegt eher im Süden Gizas, auf dem Weg zu den Pyramiden), ist mir jetzt schon mehrmals dieses Plakat auf gefallen. Ganz verstehen tu ichs noch nicht, aber es steht so was drauf wie “In Ägypten, respektieren wir Religionen…und lieben einander”. Schön, oder? Wären da nicht die Anschläge auf die Kopten vor 2 Wochen!

Die werden hier übrigens als “Fanatikertat von Geisteskranken” beschrieben. Aber es gibt da sehr unterschiedliche Ansichten. Zuviel will ich aber auch nicht schreiben hier.

Dieses Schild hier erinnert  – glaub ich – Gläubige ans Gebet und an Mohammed:

Vor Kentucky Fried Chicken wird  hier eifrig Schuhe geputzt!

Das ist eins von den Geschäften, wo man sich Nüsse, alle verschiedenen Varianten, süß salzig, alles kaufen kann! Und diese Frau greift zu – recht hat sie!

Ich habe jetzt zwar noch mehr Fotos, aber die kommen einfach das nächste mal: Jetzt hab ich euch einfach schon zuuu lange warten lassen.

lgS

Liebe Leute,

Eine so lange Pause im Schreiben habe ich glaube ich noch nie gemacht. Dafür bekommt ihr heute einen besonders farbenfrohen Bericht. Bericht ist gut gesagt, in der letzten Zeit ist so viel passiert mit der Familie und Neujahr, Weihnachten natürlich und dann auch noch (einmal!) das Rote Meer. Also alles kann ich nicht berichten, nur grob umreissen. Die Fotos, die jetzt kommen sind nicht alle von mir. Es hat nämlich die Maria mehrmals auf den knopf gedrückt, grad wie sie alle in Fayoum waren. Ich werde sie fragen, ob sie nicht auch einen Blogeintrag schreiben will. Mit Fotos und allem Drum und Dran.

Übrigens ist die Kamera sowieso von Maria, die hat sie mir lieberweise für den gesamten Aufenthalt überlassen und jetzt im Urlaub wieder kurzerhand an sich genommen. Recht hat sie, die macht ja auch echt schöne Fotos…

Also los geht’s: ein Ägyptenaufenthalt ohne Pyramiden was wär das??? Ganz schön beeindruckend, oder? (Hm, meint er jetzt den Bauch von dem Mann oder die Pyramide… ;) )

Rund um die Pyramiden kann man reiten, wir haben das auch tatsächlich gemacht, auch wenn das so ziemlich das touristischste ist, was man machen kann! – Hier ein paar galoppierende Araberhengste.

Und der Papa, under-cover.

Paul wirkt so, also ob ihm die Pyramiden nicht gefallen hätten! So schlimm war’s auch nicht, Paul!

Gebetet wird überall.

Das war so unser Programm am ersten Weihnachtstag. In den folgenden Tagen haben wir uns jede Menge Museen angesehen. Ich habe natürlich nur ein Auswahl von Fotos hier, von den hunderten, die Wir gemacht haben, abgesehen von denen auf Pauls und Papas Kamera. Aber viele von den Orten wo wir waren kennt ihr schon von vorherigen Berichten, ich zeig euch dieses Mal lieber mehr Fotos von Menschen:

Am Eingang zu einer großen Moschee, direkt beim Khan-El-Khalili, der wahrscheinlich größten Touristenfalle in Kairo. Ist praktische ein Touristenbazar – wenn man aber nur ein paar Meter vom ausgetretenen Besucherpfad abweicht ist man sofort dort wo auch die Einheimischen einkaufen. Und das ist die Moschee von innen, wir waren fast alleine!

Beachtlich ist echt die Architektur, weil es fast nie regnet, gibt es solche große Plätze, ohne Abflussmöglichkeit fürs Wasser oder derartiges. Wir waren auch in einem Museum, da sind diese uralten Stücke offen bei geöffnetem Fenster herumgelegen – Verwitterung gibt es also kaum, und das spiegelt sich wider.

Das ist mein guter Freund Raschid, der uns an diesem Tag begleitet hat und uns als Einheimischer auf einige Sachen aufmerksam gemacht hat, die man sonst mit bloßem Besucherauge glatt übersieht.

Nachdem wir dann Kuschari gegessen haben, dass ist die für uns eigenartige Kombination aus Linsen, Nudeln, Reis und Zwiebeln und tomatensauce (Herrliches Essen, mh, gleichzeitig auch veganisch und unglaublich sättigend) sind wir zur Zitadelle, haben dort auch ein Kriegsmuseum gesehen, dass sämtliche Kriege Ägyptens vorgestellt hat.

Von der Zitadelle, gebaut zur Verteidigung gegen die Kreuzritter hat man DEN Ausblick über die Stadt.

Beim Runtergehen sind uns ein paar Mädels über den Weg gelaufen, ziemlich freche, eigentlich. Eine hat mir gesagt, dass sie mich liebt, und mcih heiraten will. Ich habe abgelehnt. War doch etwas spontan. Die ist mir den ganzen Weg nachgelaufen,bis sie der Lehrer zurückgepfiffen hat. Ich bin mir sicher die hat ordentlichen Ärger bekommen. Heiraten ist halt ein ernstes Thema ;)

Und dann, am ersten Tag des neuen Jahres bin ich nach Dahab mit dem Paul, raus ans Rote Meer. Ihr könnt euch übrigens glücklich schätzen, Neujahr dort gefeiert zu haben, wo auch alle mitfeiern. Weil in Ägypten war tote Hose. Klingt arg, war es auch. Um punkt null Uhr schaltet der große Kairo tower seine Lichter aus, der Bedienstete hat offensichtlich Feierabend gemacht, am Straßenrand repariert man ein Auto. Schließlich hat uns ein Kracher, der direkt neben unserm Ohr einsam und alleine explodiert ist, fast das Trommelfell zerissen. Um 10 nach Mitternacht, wir haben immer noch gewartet, dass was passiert, haben wir uns schließlich umarmt, auf Geratewohl Countdown runtergezählt und uns alles Gute gewunschen. Die Araber, die rund um uns herum gestanden sind, haben garnicht gewusst, was wir da machen, angeschaut, als wären wir vom Mars!

Nichtsdestotrotz: Frohes Neues Jahr!

Nach etwa 4 Stunden Schlaf sind Paul und ich (schwerfällig) aus den Federn gehüpft und in den Bus nach Dahab gestiegen.

Und dort habe ich es auch geschafft, Paul vom Reiten zu überzeugen!

Und weil es einfach sein muss, bin ich noch mal auf den Mosesberg rauf. Wir waren nicht die einzigen, schätzungsweise 90% der anderen Wanderer waren Russen, das hat man sehr einfach am lauten Char Char Char Lachen erkannt und am Vodkageruch, der einen umgibt, wenn man dicht gedrängt auf den Sonnenaufgang wartet!!!!

Das ist Paul.

Und da noch mal (unten, wieder mit Pudelmütze!)

Hier bin ich, ich habe ja gewusst, dass es saukalt wird und habe mich entsprechend warm eingewickelt.

Here comes the sun, badabada… auch wenn unsere Augen von der Müdigkeit ganz angeschwollen waren, haben wir dennoch versucht, dieses Panorama voll und ganz zu genießen!

Nach dem Abstieg haben wir noch einen kurzen Abstecher ins Katherinenkloster gemacht, zum brenndenden Dornbusch. Diese Katze, die über dem Dornbusch getrohnt ist, hat sich wohl über die Scharen von Pilgern und Wanderer gewundert. Nachzulesen im 2 Buch Mose, Kapitel 3:

2 Da erschien ihm der Engel Jehovas in einer Feuerflamme mitten aus einem Dornbusche; und er sah: und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt. 3 Und Mose sprach: Ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. 4 Und als Jehova sah, daß er herzutrat, um zu sehen, da rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusche zu und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich.


Wie der Dornbusch ganz aussieht, findet ihr hier (Bild auf der rechten Seite): http://de.wikipedia.org/wiki/Brennender_Dornbusch

Und jetzt???

Jetzt bin ich wieder in Kairo, aber auch nur noch ein Monat (ganz genau). den Paul habe ich gestern noch zum Flughafen gebracht.

Alles Liebe

aber nur kurz: Meine Eltern sind nach Fayoum gefahren. Das ist eine Oase zwei Stunden weg von Kairo. Ich war selbst noch nicht dort, ich hoffe einfach dass das schon eine gute Entscheidung war: Das Hotel habe ich von hier aus reserviert und gestern haben wir kurz telefoniert dass sie gut angekommen sind.

Aber die letzten Tage waren recht schön!! Was glaub ich vor allem schön für die Familie war, ist, dass wir bereits zweimal von Einheimischen eingeladen worden sind. Zum Essen und nach Hause… Und Weihnachten haben wir bei mir im Kulturforum verbracht: Einen Weihnachtsbaum hats gegeben und ein paar Kerzen, die wir auf eine Serviette mit einem Tannenzweig geklebt haben. Sozusagen ein Adventskranz. IM Zuge dieser Weihnachtszeit habe ich auch die wichtige Erkenntnis gehabt, dass Weihnachten nicht notwendigerweise mit Schnee und Punsch und “Last Christmas” Liedern verbunden sein muss. Weil es hat mir zuerst schon ein bisschen wehgetan, wie ich die Erzählungen von zuhause gehört habe über das übliche Weihnachtstreiben.

Aber jetzt, wo ich darüber nachdenke, bin ich froh, diese Seite auch mal gesehen zu haben. Wir haben alle lachen müssen, wie wir Schneeglöcken Weißröckchen gesungen haben. Ist einfach aus der Luft gegriffen, diese Vorstellung. Aber was ist zu Weihnachten eigentlich passiert? Jesus ist auf die Welt gekommen, aber frag die Leute hier auf der Straße, die wissen das bestimmt nicht. Sie haben zwar von diesem “christlichen Fest” gehört, aber mehr wissen sie auch nicht. Und jetzt ziehe ich den Vergleich zu Österreich – ist es bei uns besser, hat dieses historische Ereignis irgendeine Bedeutung im Leben der Österreicher? Oder ist es nur Stress und Kitsch? Dabei ist dieses Fest viel zu wichtig, als dass man sich nicht über seine wahre Bedeutung Gedanken machen sollte.

Generell ist es auch sehr spannend, mit den Leuten hier über Religion zu reden. Sie sind sehr, sehr offen, wissen aber genauso wenig wie sie offen sind. Auch über ihre eigene Religion. Ausnahme ist der Islam, der weiß eine Menge über den Islam. (? ;) – so heißt ein Freund von mir). Aber der ist wirklich außergewöhnlich bewandert – die anderen kennen zwar die Gebete, die Riten, die Kultur, aber wissen nicht, warum man bestimmte Sachen macht, wenn man sie fragt. Und noch weniger wissen sie über das Christentum, verbinden es eigentlich fast immer mit dem ausgelassenen Lebensstil der westlichen Stars, ein Leben, das sie ja verpönen, von dem sie sich so weit wie möglich distanzieren wollen. Sprich, die Auffassung vom Christentum ist nicht sehr gut!

Soweit mal der religiöse Exkurs.

Noch eine Geschichte am Rande: Wusstet ihr, dass man in der arabischen Welt keine Landkarten verwendet? Man fragt sich den Weg durch. Ein Freund von mir zum Beispiel ist Luftfahrtingeneur, ein kluger Kerl. Aber er hat mir auf der Landkarte nicht wirklich zeigen können, wo wir wohnen! Eine andere, eine Doktorin, hat nicht gewusst, dass Zamalek und Gezira eine Insel im Nil bilden. Und sie wohnt schon ihr ganzes Leben in Kairo. Manche Sachen sind also für uns selbstverständlich, für die Leute hier aber Wissen, das in ihren Augen eigentlich unnötig ist!!!

Wisst ihr übrigens, wie wir den 25. verbracht haben? Wir haben natürlich einen Weihnachtsspaziergang gemacht. Nur nicht im Schnee, sondern im kurzen Leiberl in der Wüste bei den Pyramiden und bei der Sphinx.

Lieben Gruß!

FOTOS kommen übrigens bestimmt bald wieder!

Es weihnachtet

Hallo liebe Leser und Verwandte, Freunde und Interessierte.

Es weihnachtet. Also:

FROHE WEIHNACHTEN, und auf dass uns der Sinn von Weihnachten nicht verloren geht.

Ich meld mich wahrscheinlich über Weihnachten nicht, bin ja noch immer Internetlos zuhause. Ich mein ich könnt mir das von der Samira schon einmal ausborgen, aber grundsätzlich bin ich zuhause internetenthaltsam. Ich habe mir für morgen schon Urlaub genommen und werde dann um ca 5 oder 6 Richtung Flughafen brausen, oder richtung-Flughafen-im-Stau-stehen. Dann werden wir uns in die Arme fallen und dann darf ich mir die Verkehrslage nocheinmal als Teilnehmer anschauen.

Aber denkt nicht, dass würde die Vorfreude aufs Fest verderben! Wir haben zuhause sogar schon begonnen zu schmücken. Es ist schon mager zu dem was ihr alles habt. Aber irgendwie wird man dadurch nicht so sehr abgelenkt. Am 24. selbst werden wir schon touristisches Programm machen, muss sein. Die Pyramiden?? (Ich habe ja das letzte Mal gefragt ob ich rauf klettern darf: Der Polizist hat verneint aber mir leicht zubeblinzelt und zu erkennen gegeben, dass man nach Feierabend schon was machen könnte. Haga Helwa – etwas “Süßes” inkludiert, verstehts;) Oder vielleicht sehen wir uns auch nur das Museum an. Wer weiß, wir sind im Urlaub und obwohl alles durchgeplant ist, werden wir doch alles ruhig angehen.

Ich selbst werde die nächste Woche arbeiten. Den Großteil sind die anderen eh in der Wüste, hoffentlich kommen sie aber wieder zurück, nicht dass sie von einer Sphinx verschluckt werden. Auf arabisch heißt die übrigens Abu-l-hool. Vater des Schreckens. Brrr.

Habt ihr eigentlich Weihnachtswünsche worüber ich schreiben soll? Vielleicht hat sich ja jemand schon immer für Eisverkäufer in Ägypten interessiert, ein anderer würde dafür sterben, zu wissen, wie typische Versicherungslogos aussehen. Schreibt mir und ich werde demnächst darauf achten.

Bis bald und FROHES FEST!

Ich atme und schlafe

Liebe Leute!

So, mir gehts wieder besser, gesundheitlich. Ihr habt geglaubt, in Kairo, da gibts ja keinen Weihnachtsstress. Aber HAHA, ich hab auch einiges zum Schnaufen. Zum ersten sind ja da ein paar Besucher, die da kommen und auf die ich mich voll freue, aber da muss man halt auch was sich überlegen. Eine schöne zeit will doch auch etwas geplant sein. Zum anderen lerne ich brav (Shaatir auf arabisch) und ich kann nur bestätigen was man mir gesagt hat, nämlich dass zweifaches Lernen (daheim und in der Praxis) die allerbeste Schule ist.

Am Wochenende war Mirhat da, das ist ein Übersetzer aus Graz, den ich dort auf etwas wundersame Weise kennengelernt habe, aber das ist ein anderes Kapitel. Wir haben den ganzen Tag miteinander verbracht und nachdem er perfektes Arabisch spricht, haben wir einiges mit den Leuten auf der Straße zu lachen gehabt. Ich hab ja schon gesagt, dass man so leicht mit den Leuten ins Gespräch kommt und das war dann noch umso leichter. An dem Tag sind wir auch spontan zu den Pyramiden, nachher haben die Schuhe etwas staubig ausgesehen, aber ich habe unseren Ausflug festgehalten:

Außerdem war ich am Wochenende noch zu einer Weihnachtsfeier von Farid eingeladen. Herrlich, mit Christbaum und allem. Fast allem, eigentlich, Mama’s Kekse haben gefehlt, aber die kommen ja noch. Und davor an dem Tag habe ich es endlich geschafft, alle meine arabischen Freunde auf einem Fleck zu versammeln. Bisher habe ich sie ja immer nur einzeln getroffen, aber am Freitag haben wir alle mit einander gekocht. (Was ausgesprochen österreichisch ist, bin ich draufgekommen. Hier denkt man sich: Wenn du essen willst, heirate doch!!). Ich hab mir da schon wieder fast selbst ins Knie geschossen, weil ich ja am Abend zu Farid wollte und nicht gedacht habe, dass wir, bis alle da waren und die Gurken endlich geschnitten waren (Das hat Ewig gebraucht) statt um 3 Uhr erst um 5 Uhr essen würden…. Aber ich bin doch noch rechtzeitig nach Maadi zu Farid.

Das sind meine Freunde, alle aus vollkommen verschiedenen Teilen von Kairo:

Islam, Ali, Karim, Raschid, Haithem.

Und unser essen, das hat köstlich geschmeckt.

zweitens

Ich war in den letzten Tagen krank (AH! [lauter schriller Schrei] Schweinegrippe!?). Ganz gut fühl ich mich noch immer nicht. Wenn ich ein Fieberthermometer gehabt hätte: Ich schwörs euch, ich hätt mich gemessen. Jedenfalls war ich im Endeffekt nur einen Tag zu Hause, bin wieder in die Arbeit, weil ich gewusst habe, dass einiges zu tun ist. Dort ist dann wieder eine von jenen etwas bizarren Szenen passiert, nämlich dass der Chef reinkommt, aufgeregt, anscheinend ist doch noch vollkommen unerwartet etwas Budget übrig, das muss raus, heute. Drückt mir einen  Stapel Geld in die Hand sagt mit einer Geschwindigkeit von 300 Wörtern pro min, Kaufen Sie Karten oder sonst wer für die AUA, aber schnell. Dazu noch einige andere Informationen, dann ist er schon wieder weg. Wir stehen verblüfft da haben einen riesigen Haufen Geld vor uns liegen. Solche Sachen passieren hin und wieder – man bekommt auch etwas mit, wie Politik gemacht wird, wenn mein Chef (Botschafterstellvertreter) und der Botschafter mittagessen und ich sitz halt auch da. Da hört man ein paar interessante Geschichten über die Eitelkeiten der Politiker oder Anekdoten über Touristenleichen in der Wüste.

Zweitens: Hier noch eine nette Geschichte über die Ägypter.

Ihr kennt ja arabischen Kaffee, zumindest aus Erzählungen. Der wird in einer kleinen Kanaka zubereitet, die (es gibt verschiedene Größen) ungefähr zwei Espressos fasst. Wenn der Kaffee gut zubereitet ist, dann bildet sich oben eine Crema. Man sagt nun, dass, wenn ein Mädchen den Kaffee richtig machen kann, so dass der Schaum noch steht, wenn der Kaffee auf den Tisch kommt, dann ist sie bereit zum Heiraten. In Kaffeehäusern wird man aber nur von Männern bedient. Bei denen sitzt die Crema immer.

Mehr kommt bestimmt noch…

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