Feeds:
Artikel
Kommentare

Es weihnachtet

Hallo liebe Leser und Verwandte, Freunde und Interessierte.

Es weihnachtet. Also:

FROHE WEIHNACHTEN, und auf dass uns der Sinn von Weihnachten nicht verloren geht.

Ich meld mich wahrscheinlich über Weihnachten nicht, bin ja noch immer Internetlos zuhause. Ich mein ich könnt mir das von der Samira schon einmal ausborgen, aber grundsätzlich bin ich zuhause internetenthaltsam. Ich habe mir für morgen schon Urlaub genommen und werde dann um ca 5 oder 6 Richtung Flughafen brausen, oder richtung-Flughafen-im-Stau-stehen. Dann werden wir uns in die Arme fallen und dann darf ich mir die Verkehrslage nocheinmal als Teilnehmer anschauen.

Aber denkt nicht, dass würde die Vorfreude aufs Fest verderben! Wir haben zuhause sogar schon begonnen zu schmücken. Es ist schon mager zu dem was ihr alles habt. Aber irgendwie wird man dadurch nicht so sehr abgelenkt. Am 24. selbst werden wir schon touristisches Programm machen, muss sein. Die Pyramiden?? (Ich habe ja das letzte Mal gefragt ob ich rauf klettern darf: Der Polizist hat verneint aber mir leicht zubeblinzelt und zu erkennen gegeben, dass man nach Feierabend schon was machen könnte. Haga Helwa – etwas „Süßes“ inkludiert, verstehts;) Oder vielleicht sehen wir uns auch nur das Museum an. Wer weiß, wir sind im Urlaub und obwohl alles durchgeplant ist, werden wir doch alles ruhig angehen.

Ich selbst werde die nächste Woche arbeiten. Den Großteil sind die anderen eh in der Wüste, hoffentlich kommen sie aber wieder zurück, nicht dass sie von einer Sphinx verschluckt werden. Auf arabisch heißt die übrigens Abu-l-hool. Vater des Schreckens. Brrr.

Habt ihr eigentlich Weihnachtswünsche worüber ich schreiben soll? Vielleicht hat sich ja jemand schon immer für Eisverkäufer in Ägypten interessiert, ein anderer würde dafür sterben, zu wissen, wie typische Versicherungslogos aussehen. Schreibt mir und ich werde demnächst darauf achten.

Bis bald und FROHES FEST!

Ich atme und schlafe

Liebe Leute!

So, mir gehts wieder besser, gesundheitlich. Ihr habt geglaubt, in Kairo, da gibts ja keinen Weihnachtsstress. Aber HAHA, ich hab auch einiges zum Schnaufen. Zum ersten sind ja da ein paar Besucher, die da kommen und auf die ich mich voll freue, aber da muss man halt auch was sich überlegen. Eine schöne zeit will doch auch etwas geplant sein. Zum anderen lerne ich brav (Shaatir auf arabisch) und ich kann nur bestätigen was man mir gesagt hat, nämlich dass zweifaches Lernen (daheim und in der Praxis) die allerbeste Schule ist.

Am Wochenende war Mirhat da, das ist ein Übersetzer aus Graz, den ich dort auf etwas wundersame Weise kennengelernt habe, aber das ist ein anderes Kapitel. Wir haben den ganzen Tag miteinander verbracht und nachdem er perfektes Arabisch spricht, haben wir einiges mit den Leuten auf der Straße zu lachen gehabt. Ich hab ja schon gesagt, dass man so leicht mit den Leuten ins Gespräch kommt und das war dann noch umso leichter. An dem Tag sind wir auch spontan zu den Pyramiden, nachher haben die Schuhe etwas staubig ausgesehen, aber ich habe unseren Ausflug festgehalten:

Außerdem war ich am Wochenende noch zu einer Weihnachtsfeier von Farid eingeladen. Herrlich, mit Christbaum und allem. Fast allem, eigentlich, Mama’s Kekse haben gefehlt, aber die kommen ja noch. Und davor an dem Tag habe ich es endlich geschafft, alle meine arabischen Freunde auf einem Fleck zu versammeln. Bisher habe ich sie ja immer nur einzeln getroffen, aber am Freitag haben wir alle mit einander gekocht. (Was ausgesprochen österreichisch ist, bin ich draufgekommen. Hier denkt man sich: Wenn du essen willst, heirate doch!!). Ich hab mir da schon wieder fast selbst ins Knie geschossen, weil ich ja am Abend zu Farid wollte und nicht gedacht habe, dass wir, bis alle da waren und die Gurken endlich geschnitten waren (Das hat Ewig gebraucht) statt um 3 Uhr erst um 5 Uhr essen würden…. Aber ich bin doch noch rechtzeitig nach Maadi zu Farid.

Das sind meine Freunde, alle aus vollkommen verschiedenen Teilen von Kairo:

Islam, Ali, Karim, Raschid, Haithem.

Und unser essen, das hat köstlich geschmeckt.

zweitens

Ich war in den letzten Tagen krank (AH! [lauter schriller Schrei] Schweinegrippe!?). Ganz gut fühl ich mich noch immer nicht. Wenn ich ein Fieberthermometer gehabt hätte: Ich schwörs euch, ich hätt mich gemessen. Jedenfalls war ich im Endeffekt nur einen Tag zu Hause, bin wieder in die Arbeit, weil ich gewusst habe, dass einiges zu tun ist. Dort ist dann wieder eine von jenen etwas bizarren Szenen passiert, nämlich dass der Chef reinkommt, aufgeregt, anscheinend ist doch noch vollkommen unerwartet etwas Budget übrig, das muss raus, heute. Drückt mir einen  Stapel Geld in die Hand sagt mit einer Geschwindigkeit von 300 Wörtern pro min, Kaufen Sie Karten oder sonst wer für die AUA, aber schnell. Dazu noch einige andere Informationen, dann ist er schon wieder weg. Wir stehen verblüfft da haben einen riesigen Haufen Geld vor uns liegen. Solche Sachen passieren hin und wieder – man bekommt auch etwas mit, wie Politik gemacht wird, wenn mein Chef (Botschafterstellvertreter) und der Botschafter mittagessen und ich sitz halt auch da. Da hört man ein paar interessante Geschichten über die Eitelkeiten der Politiker oder Anekdoten über Touristenleichen in der Wüste.

Zweitens: Hier noch eine nette Geschichte über die Ägypter.

Ihr kennt ja arabischen Kaffee, zumindest aus Erzählungen. Der wird in einer kleinen Kanaka zubereitet, die (es gibt verschiedene Größen) ungefähr zwei Espressos fasst. Wenn der Kaffee gut zubereitet ist, dann bildet sich oben eine Crema. Man sagt nun, dass, wenn ein Mädchen den Kaffee richtig machen kann, so dass der Schaum noch steht, wenn der Kaffee auf den Tisch kommt, dann ist sie bereit zum Heiraten. In Kaffeehäusern wird man aber nur von Männern bedient. Bei denen sitzt die Crema immer.

Mehr kommt bestimmt noch…

Schock!

Hallo, seid gegrüßt.

Ich habe eine sehr spannende Entdeckung gemacht. Kurz nachdem ich mir einen ordentlichen Schock zugezogen habe. Es war so: In einem Luxushotel am Nil hat es gestern einen Weihnachtsbazar gegeben. einen europäischen. Da waren Stände aus allen Ländern, die ihre Weihnachtsschmankerln angeboten haben. Das war echt cool! Dänische Kekse und Irish Cream, dazu ein normales, aber doch feines Speckweckerl aus Österreich.  Die Leute haben uns das Ottakringer und den Grünen Veltliner am Stand der Österreichischen Botschaft förmlich aus der Hand gerissen. Das war lustig, mit dem Botschafter und dem Konsul Speck und Punsch zu verkaufen.

Alles schön und gut, Weihnachtsstimmung auf der Dachterasse. Man hat nur nicht auf den Nil, die Palmen und die Minarette schauen dürfen, und hat sich ein bisschen nach Europa zurückversetzt gefühlt. Außerdem hat man die Tatsache ignorieren müssen, dass die Leute mit kurzem Hemd herumgelaufen sind.

Dann bin ich heim, um mich mit einem Freund zum Arabisch Lesen zu treffen – ich geh aus dem Hotel raus, und komm drauf, dass ich noch in Kairo bin, nicht in Europa! Das war so ein krasser Unterschied – Noch dazu bin ich auf meinem Weg heim durch einen Markt durch, der einfach DAS Gegenteil von einem europäischen Weihnachtsmarkt ist. Ich habs einfach nicht glauben können. Ich meine ich habe hier in Kairo viele europäische Freunde, aber so extrem sind die beiden Welten noch nicht aufeinandergeprallt. Meine Entdeckung war dann die: man kann wirklich physisch in Kairo leben aber mit dem herz noch in Österreich wohnen. Ich muss mich ja selbst immer an den Ohren nehmen, weil es  so leicht wäre, sich ständig mit der ExPat Gesellschaft mit Europäern und Amerikanern zu treffen. Aber dazu bin ich nicht da! Gleichzeitig kenn ich aber einige Leute, die hier nie angekommen sind, die ununterbrochen die Verhältnisse hier beklagen. Versteh ich auch – wenn man glaubt, hier alles so zu finden wie in Österreich, dann liegt man einfach falsch. Soviel zu Integration und Einwanderern.

Ich habe mich am Wochenende auch ein bisschen kulturell betätigt: War in zwei verschiedenen Museen über Kunst. Das eine war voll mit lauter Statuen und ich war der einzige Besucher. Das komische war, dass mir die Kartenverkäuferin im ganzen Museum gefolgt ist. Man muss sich das so vorstellen, dass ich zwei Schritte geh, woraufhin sie auch zwei Schritte geht. Und das das ganze Museum durch. Ich habe bis zum Schluss nicht verstanden, was sie wollte! Und dann war ich noch im Museum für moderne Kunst, das vollgestopft ist mit Bildern und Skulpturen. War eigentlich recht spannend mal arabische Popart und arabische Kunst so geballt auf einem Fleck zu sehen!

Meine Lieblingsskulptur:

Schönen Gruß!

Hallo allemiteinander.

Alles klar bei euch, laufen die Weihnachtsvorbereitungen? Hier ist die Stimmung ähm wie soll ich sagen etwas gegensätzlich zu der guten alten österreichischen… Weil es gibt hier keine Weihnachtsstimmung. Punkt. Vielleicht findet man hier und dort auf den großen hotels für die reichen Ausländer den einen oder anderen Leuchtkettenschlitten, und ich hab sogar tatsächlich ein Geschäft mit Plastikweihnachtsbäumen gesehen. Es gibt auch demnächst einen Weihnachtsbasar, vielleicht geh ich da hin. Allerdings war ein Freund vor kurzen auf einem, da hat er für ein Kekserl (Zerbrochen) mit grünem Zuckerguss 15 Pfund, sprich 2 Euro bezahlt. Ich glaub da leist ich mir lieber noch eine Fahrt ans Meer und vertraue drauf dass mir die Mama was zu naschen mitnimmt, wenn sie zu Weihnachten kommt!

Schaut mal: Schaut das nach Weihnachtsstimmung aus?? (Das foto hat die Samira vorgestern gemacht)

Ich hab mir gedacht, ich schreib mal was über die Leute hier, weil da hab ich glaub ich noch kaum Wörter drüber verloren. Ich habe mir abgewohnt zu sagen, dass ich in der Botschaft arbeite. Aber auch so sagen wildfremde Leute einfach so. „Schau ich geb dir meine Nummer, und du rufst mich an, sobald du ein Visum hast. Abgemacht?“. Ich sag dann meistens „Sicher! Passt!“ Und das ist ja nicht einmal gelogen, weil ich sie ja tatsächlich anrufen würde, wenn es Visa zu verschenken gäbe!

Aber die Leute sind grundsätzlich sehr freundlich hier! Und vor allem hilfsbereit. Mich hat mal ein Freund einen eineinhalbstündigen Weg abgeholt und zu sich nach Hause gebracht. Am Abend ist er noch einmal den ganzen Weg mit mir mitgefahren. Oder uns hat einmal ein Freund den ganzen Weg zu den Pyramiden gebracht. Einfach so. Und das ist in der Hauptverkehrszeit ein Weg von einer Stunde. Cool, oder?  Außerdem ist es ganz normal, sich einzuladen. Einer bezahlt und die anderen kommentieren das garnicht. Kein Danke, nichts. Aber das ist halt so, man bezahlt sich die U-Bahntickets, man bezahlt sich das Essen, das Taxi. Wenn möglich versucht man, als erster die Rechnung zu ergreifen, wenn der Kellner sie bringt. Oder man zückt blitzschnell 5 Pfund und steckt sie dem Taxifahrer zu, damit der andere nicht bezahlt. Ohne Schmäh! Nix mit fifty fifty. und das machen auch die Leute die weniger Geld haben als einer selbst. Find ich eigentlich schön. Es ist auch anders hier, man zahlt weniger – letzens habe ich einen freund zum essen eingeladen und wir haben zusammen 35 Pfund gezahlt – 4 euro. Aber es ist nicht alles so billig hier, man muss wissen wo man was zu welchem Preis findet, sonst gehts einem so wie mir zu Beginn, dass die Preise für die Touristen etwas in die Höhe schnellen!

Ich habe zur Zeit viel zu tun – die Liste mit den abzugebenden Hausübungen steht im Internet und sie wir immer länger. Das ist eingentlich ein bisschen frustrierend aber eh klar – als Student hat man halt Hausübungen. Nur hätte ich manchmal mehr Lust mich mit Leuten zu treffen, als vor und nach dem Arbeit 3,4 Stunden zu lernen. Und das für Arabisch, Französisch ist auch noch ein Löwe, den ich aufwecken muss. Aber erst im Februar zu den Prüfungen.

Noch zum Essen von letztem Mal: Mokhallil ist Eingelegtes, es schmeckt immer sehr scharf und ich habe mich in letzter Zeit etwas überessen. Aber gewürzt ist es nur mit Salz denke ich. Aber die Pfefferonis und die eingelegten Zitronen geben natürlich ihren Geschmack ab. Gestern habe ich übrigens zum Ersten mal eine richtige Guave gegessen. Schmecken echt gut, die Dinger.

Lieben Gruß!

Doch, er war schon erholsam!!!

Nur habe ich mir gedacht „Naja… wennst schon da bist…dann, und das könntest auch noch machen, das geht ja in Kairo ned… usw“. Ich habe also die Zeit ausgenutzt. Aber von Anfang an: Angefangen hat es damit, das ich neun Stunden lang bei schallender Muezzinmusik im Bus gesessen bin (Okay, es waren nicht ganz neun Stunden, die er gesungen hat, aber ausreichend;)). Ich war so froh dass tatsächlich jeder Sitz seinen eigenen Lautsprecher hat, weil modernes Reisen, das weiß jedes Kind, zahlt sich aus! Noch dazu war das keine traditionelle Shahada, die er da gesungen hat, sondern ein Remix oder so mit Schall und allen möglichen Effekten, die mich so beschäftigt haben, dass ich kaum ein Auge zugemacht habe.

Dann war ich aber trotzdem dort, und habe doch ein bisschen dösen können. Aufgewacht bin ich mit dem Kopf meines Sitznachbarn auf meiner Schulter. Das hat aber nichts gemacht, wir haben uns angefreundet und sind am abend essen gegangen! Das war das erste, was ich gesehen habe: Willkommen in Dahab – und vom Plakat lächelt uns Mubarak entgegen, der überall, aber wirklcih überall seine Handschrift druntersetzt!

Im Hintergrund ist schon ein Berg von der Halbinsel Sinai zu erkennen, eine riesige Bergwüste.  Da es ja morgen war, habe ich den ganzen tag vor mir gehabt, meine Freunde sind erst einen Tag später nachgekommen, aber ich wollte die Feiertag ausnutzen und bin eben deswegen schon früher los. Mein Herz hat gehüpft wie ich den Ort gesehen hab, von dem ich schändlicherweise kaum Fotos gemacht habe. Ich bin sobald als möglich auf ein Pferd gehüpft und mit einem Führer raus in die Berge:

Bei meiner Ankunft war ich ja eher auf einen Schnorchel und Fischi Urlaub vorbereitet, Nein! Nemo habe ich leider nicht gesehen!, aber erst dort habe ich all die anderen möglichkeiten erfahren, die Sinai bietet, eine davon war Mount Sinai, der Moses Berg. Wer kann da Nein sagen? Alle meine Freunde:) also bin ich alleine los. Halt alleine ist gut gesagt, weil da täglich rund 500 Leute raufpilgern. Das hat aber der Schönheit des Sonnenaufgangs da oben überhaupt keinen Abbruch getan, seht selbst:

Beim Abstieg sind wir bei dem Kloster vorbeigekommen, wo der Brennende Dornbusch steht. Nebenbei ist uns noch ein Camouflage Kamel begegnet…

Das oben ist ein koptischer Mönch, mit einem hatte ich mal die Gelegenheit zu sprechen, das war eine ganz faszinierende Persönlichkeit. Das Kloster ist das älteste, das noch in Benutzung ist. sehr schön gelegen am Fuße des Berges.

Und jetzt kommen wir zu was wichtigem, dem ESSEN!!! Als Vorspeise ein nette Speisekarte, auf was habt ihr Lust, auf einen Burger, Hotdog die Leber von Alex oder doch lieber Viagra????? Kostet nur 10 Pfund, das sind 1, 25 Euro.  Hihiihihihihi

Das was jetzt folgt habe ich schon sehr sehr oft gegessen, das ist hier Gang und Gebe. Das eine ist Shiish Tawook (wenn ich mich nicht irre, das hab ich noch nicht so oft gehabt), Henderl zu Deutsch,  dann sieht man einen Salat, den man oft als Vorspeise gereicht bekommt – der ist immer sehr frisch, manchmal mit Koriander und Chili, immer mit Zitrone. Dazu ist man Brot, das man in Tehina, Sesampaste eintaucht. (Man beachte die Hand eines amerikanischen Touristen auf dem Foto). Hier ist auch Mohallil (eingelegtes) zu sehen. Da scheiden sich die Geister, aber mir schmeckts!

Jetzt bin ich aber wieder zuhause. Die Arbeit hat mich wieder, und ich muss endlcih versuchen, mein Hocharabisch aufzubessern, das hinkt schon etwas nach…

Ma’a Salaama!

Dahab!

Hallo alle miteinander!

Ich fahre heut noch nach DAHAB ans Rote Meer (SChnorcheln, Fischis). Und das spontan, weil Freunde auch hinfahren. In den nächsten Tagen ist nämlich das AID, das Opferfest der Muslime. Es ist so was wie das größte Fest im muslimischen Kalender, überall sieht man zu diesem Anlass in den Straßen geschlachtete Lämmer, die in Andenken an das Opfer von Abraham (Ibrahim) verspeist werden. Aber es profitieren eben auch nicht-Muslime vom Fest, sprich, wir haben frei, und das vier Tage.

Es tut mir leid, dass ihr da nichts von mir lesen könnt, aber schaut einfach am Montag oder Dienstag wieder rein, da gibts dann Neues. Ich hofffe, dass ich dann auch endlich dazu komme, Fotos vom Essen zu machen. Ich hab schon ein ganz schlechtes Gewissen, liebe Margit, dass ich noch immer nicht auf diese Bitte zurückgekommen bin!!!

Alles Liebe und Gottes Segen aus (noch) Kairo.

JUHUU!

Märchenhaft, das Morgenland

Vielleicht kann das jetzt keiner nachvollziehen, aber als ich letztens in einem Park war, habe ich geglaubt, ich bin im Himmel.

Möglicherweise wars der See, der mir so den Atem genommen hat, oder einfach die klare Luft oder der Ausblick oder die Ruhe oder alles auf einmal. Jedenfalls war dieser unaufwändige Ausflug Gold wert. Ich denke (und hoffe!), dass es klar war bisher, dass man der Natur hier in Kairo fast jede Existenzmöglichkeit geraubt hat. Die wenigen Vögel, die es gibt, sterben oder mutieren. Musbah, das ist der der im Kulturforum putzt, hat mir kürzlich gesagt, ich soll das Fenster schließen, da sonst vom gegenüberliegenden Baum Mäuse reinfliegen könnten. Wer weiß, was da draußen noch so alles ist. HIHI.

Zurück zum Thema. Ein Freund und ich sind in ein Taxi gestiegen, bei Khan el Khalili raus, durch den Bazaar durch, an der Azhar Moschee vorbei

und dann im zentralen Teil vom islamischen Viertel im Nordosten der Stadt

in den Azharpark rein.

Gut, man liest ja immer wieder Geschichten in Reiseführern „Das ist schön“ „Dies ist sehenswert“. Aber DAS war einmalig. Zumindest in Kairo. Ein Ausblick wie im Märchen!!! Hier eine zweidimensionale Kostprobe

Das Mädchen oben hat für wen posiert, da hab ich auch gleich meine Kamera gezückt. Und das Mädchen da unten war genauso vom Wasser begeistert wie ich! Am liebsten hätt ich genau wie sie versucht, ein Bad zu nehmen


Dann ist schon die Sonne  untergegangen:

Dunkel war’s der Mond schien helle (hinterm Smog)

Lieben Gruß!!!

Grüzi, Herr Amtskollege!

Schön wars, wie ich mit einer Gruppe von Touristen mal raus aus der Stadt gekommen bin. Wír sind früh losgefahren, sind mit dem Bus raus, Richtung Norden. Dort liegen, weit von irgendwas entfernt,mehrere Klöster nebeneinander. Früher waren die halt schwierig zu erreichen. Eigentlich heute auch noch, wenn man’s genau nimmt. Also ich wäre da niemals alleine hingekommen…

Wir haben uns da in diesen uralten Gemäuern (die ersten Klöster, die’s eigentlich gegeben hat!) Malereien aus dem Jahre Schnee angeschaut, oder sogar noch älter. Da hat bei uns noch niemand wirklich an Malerei gedacht. Der Mönch war ein lustiger Kerl, hat uns dann auch was auf koptisch vorgelesen. In dem einen Kloster ist uns dann was lustiges passiert. Sarah, das ist die mit den blonden Haaren, hat im Vorbeigehen nämlich zu einer Familie, die dort saß, gesagt, ihr habt aber ein süßes Baby! Das haben die nicht auf sich sitzen lassen, sofort hat es geheißen: Macht ein Foto mit uns und der Familie! Also haben wir uns hingesetzt, 15 bis 20 Ägypter haben uns angegrinst, irgendwer hat uns ein Baby (ein anderes! So auf die Art: Da, nimm!) in die Hand gedrückt, und wir sind da gegesessen und haben gar nicht gewusst wie uns geschieht.  ;)

Später sind wir dann noch auf einen Hügel, Mokattam gefahren und haben uns den Sonnenuntergang bei ein paar Sprüngen angesehen.

 

Gestern war ich auch noch zu einer Ehrung eingeladen. Ein Ägypter hat für seine Übersetzungen ins Deutsche ein Ehrenkreuz vom Botschafter verliehen bekommen. Jedenfalls sind da auch noch ein paar andere Gäste, und ich fange an mit jemandem zu tratschen. Leider habe ich den Namen nicht verstanden, aber er klingt schweizerisch. Plötzlich blickt er über meine Schulter und ruft jemandem, der gerad kommt, zu: „Ah! der Amtskollege! Na, Herr Deutscher Botschafter, wie gefällt Ihnen das neue Amt?“ Und ich steh da und denk mir: Hm, jetzt hab ich doch wirklich die ganze Zeit mit dem schweizer Botschafter geredet!! Aber der hat Lustiges zu erzählen gehabt: Zb dass sie ja als Amtspersonen keine Geschenke entgegennehmen dürfen. Da es aber auch sehr unhöflich wäre, Geschenke abzuweisen, nehmen sie sie trotzdem an. Es gibt also ein Gebäude in der Schweiz, wo alle diese Kunst- und Kitschobjekte hinkommen. Nachdem sie ja keiner privat verwenden kann, lagern und verstauben sie dort alle, dabei wären da ja auch richtige Kunstschätze dabei. Der Botschafter hat gemeint, dass er ein liebsten ein Museum draus machen würde!!!

LgS

Ja, wie die Fatima letztens kommentiert hat, das Match zur Qualifikation Ägyptens für die WM10 gegen die Algerier hat ganz Ägypten in den Ausnahmezustand versetzt. Es war ein Wahnsinn. Ich hab ja vom Verkehr in Kairo berichtet und wies da immer drunter und drüber geht, aber das war ja noch gar nichts. Am Abend war das Match und den ganzen Tag davor sind tausende von Ägyptenfahnen aufgetaucht, die Leute haben auf der Straße getanzt, gejohlt, die Autos durchgehend im Chor bekannte Fußballrythmen gehupt. Ich bin mir vorgekommen wie im Traum. So müsste eigentlich ein Nationalfeiertag in jedem Land der Erde aussehen, aber ich war am 6.Oktober da und der war den Leuten wurscht. Aber beim Fußball gehts um was, da gehts tatsächlich um die Wurscht.

Library - 2373

Ein Blick aus meinem Fenster.

Am Abend hat dann die große Stunde geschlagen – und zur Rushhour, mitten in der Hauptverkehrszeit während des Spiels waren die Straßen lehrgefegt. Niemand da. und das In Kairo. Leider hat Ägypten nicht mit 3 Toren Vorsprung gewonnen, sondern nur 2:0 – das bedeutet, es gibt übermorgen ein Nachspiel. Da geht das ganze wieder los. Nur ärger.

Allerdings find ich für die Stimmung dann keinen Ausdruck, weil Superlative für „Delirium“ und „Ekstase“ kenn ich nicht…Library - 2371

LgS

Ältere Artikel »