Liebe Leute,
Eine so lange Pause im Schreiben habe ich glaube ich noch nie gemacht. Dafür bekommt ihr heute einen besonders farbenfrohen Bericht. Bericht ist gut gesagt, in der letzten Zeit ist so viel passiert mit der Familie und Neujahr, Weihnachten natürlich und dann auch noch (einmal!) das Rote Meer. Also alles kann ich nicht berichten, nur grob umreissen. Die Fotos, die jetzt kommen sind nicht alle von mir. Es hat nämlich die Maria mehrmals auf den knopf gedrückt, grad wie sie alle in Fayoum waren. Ich werde sie fragen, ob sie nicht auch einen Blogeintrag schreiben will. Mit Fotos und allem Drum und Dran.
Übrigens ist die Kamera sowieso von Maria, die hat sie mir lieberweise für den gesamten Aufenthalt überlassen und jetzt im Urlaub wieder kurzerhand an sich genommen. Recht hat sie, die macht ja auch echt schöne Fotos…
Also los geht’s: ein Ägyptenaufenthalt ohne Pyramiden was wär das??? Ganz schön beeindruckend, oder? (Hm, meint er jetzt den Bauch von dem Mann oder die Pyramide…
)

Rund um die Pyramiden kann man reiten, wir haben das auch tatsächlich gemacht, auch wenn das so ziemlich das touristischste ist, was man machen kann! – Hier ein paar galoppierende Araberhengste.
Und der Papa, under-cover.

Paul wirkt so, also ob ihm die Pyramiden nicht gefallen hätten! So schlimm war’s auch nicht, Paul!
Gebetet wird überall.
Das war so unser Programm am ersten Weihnachtstag. In den folgenden Tagen haben wir uns jede Menge Museen angesehen. Ich habe natürlich nur ein Auswahl von Fotos hier, von den hunderten, die Wir gemacht haben, abgesehen von denen auf Pauls und Papas Kamera. Aber viele von den Orten wo wir waren kennt ihr schon von vorherigen Berichten, ich zeig euch dieses Mal lieber mehr Fotos von Menschen:
Am Eingang zu einer großen Moschee, direkt beim Khan-El-Khalili, der wahrscheinlich größten Touristenfalle in Kairo. Ist praktische ein Touristenbazar – wenn man aber nur ein paar Meter vom ausgetretenen Besucherpfad abweicht ist man sofort dort wo auch die Einheimischen einkaufen. Und das ist die Moschee von innen, wir waren fast alleine!
Beachtlich ist echt die Architektur, weil es fast nie regnet, gibt es solche große Plätze, ohne Abflussmöglichkeit fürs Wasser oder derartiges. Wir waren auch in einem Museum, da sind diese uralten Stücke offen bei geöffnetem Fenster herumgelegen – Verwitterung gibt es also kaum, und das spiegelt sich wider.

Das ist mein guter Freund Raschid, der uns an diesem Tag begleitet hat und uns als Einheimischer auf einige Sachen aufmerksam gemacht hat, die man sonst mit bloßem Besucherauge glatt übersieht.
Nachdem wir dann Kuschari gegessen haben, dass ist die für uns eigenartige Kombination aus Linsen, Nudeln, Reis und Zwiebeln und tomatensauce (Herrliches Essen, mh, gleichzeitig auch veganisch und unglaublich sättigend) sind wir zur Zitadelle, haben dort auch ein Kriegsmuseum gesehen, dass sämtliche Kriege Ägyptens vorgestellt hat.

Von der Zitadelle, gebaut zur Verteidigung gegen die Kreuzritter hat man DEN Ausblick über die Stadt.
Beim Runtergehen sind uns ein paar Mädels über den Weg gelaufen, ziemlich freche, eigentlich. Eine hat mir gesagt, dass sie mich liebt, und mcih heiraten will. Ich habe abgelehnt. War doch etwas spontan. Die ist mir den ganzen Weg nachgelaufen,bis sie der Lehrer zurückgepfiffen hat. Ich bin mir sicher die hat ordentlichen Ärger bekommen. Heiraten ist halt ein ernstes Thema

Und dann, am ersten Tag des neuen Jahres bin ich nach Dahab mit dem Paul, raus ans Rote Meer. Ihr könnt euch übrigens glücklich schätzen, Neujahr dort gefeiert zu haben, wo auch alle mitfeiern. Weil in Ägypten war tote Hose. Klingt arg, war es auch. Um punkt null Uhr schaltet der große Kairo tower seine Lichter aus, der Bedienstete hat offensichtlich Feierabend gemacht, am Straßenrand repariert man ein Auto. Schließlich hat uns ein Kracher, der direkt neben unserm Ohr einsam und alleine explodiert ist, fast das Trommelfell zerissen. Um 10 nach Mitternacht, wir haben immer noch gewartet, dass was passiert, haben wir uns schließlich umarmt, auf Geratewohl Countdown runtergezählt und uns alles Gute gewunschen. Die Araber, die rund um uns herum gestanden sind, haben garnicht gewusst, was wir da machen, angeschaut, als wären wir vom Mars!
Nichtsdestotrotz: Frohes Neues Jahr!
Nach etwa 4 Stunden Schlaf sind Paul und ich (schwerfällig) aus den Federn gehüpft und in den Bus nach Dahab gestiegen.
Und dort habe ich es auch geschafft, Paul vom Reiten zu überzeugen!
Und weil es einfach sein muss, bin ich noch mal auf den Mosesberg rauf. Wir waren nicht die einzigen, schätzungsweise 90% der anderen Wanderer waren Russen, das hat man sehr einfach am lauten Char Char Char Lachen erkannt und am Vodkageruch, der einen umgibt, wenn man dicht gedrängt auf den Sonnenaufgang wartet!!!!
Das ist Paul.

Und da noch mal (unten, wieder mit Pudelmütze!)

Hier bin ich, ich habe ja gewusst, dass es saukalt wird und habe mich entsprechend warm eingewickelt.


Here comes the sun, badabada… auch wenn unsere Augen von der Müdigkeit ganz angeschwollen waren, haben wir dennoch versucht, dieses Panorama voll und ganz zu genießen!

Nach dem Abstieg haben wir noch einen kurzen Abstecher ins Katherinenkloster gemacht, zum brenndenden Dornbusch. Diese Katze, die über dem Dornbusch getrohnt ist, hat sich wohl über die Scharen von Pilgern und Wanderer gewundert. Nachzulesen im 2 Buch Mose, Kapitel 3:
2 Da erschien ihm der Engel Jehovas in einer Feuerflamme mitten aus einem Dornbusche; und er sah: und siehe, der Dornbusch brannte im Feuer, und der Dornbusch wurde nicht verzehrt. 3 Und Mose sprach: Ich will doch hinzutreten und dieses große Gesicht sehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. 4 Und als Jehova sah, daß er herzutrat, um zu sehen, da rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusche zu und sprach: Mose! Mose! Und er sprach: Hier bin ich.

Wie der Dornbusch ganz aussieht, findet ihr hier (Bild auf der rechten Seite): http://de.wikipedia.org/wiki/Brennender_Dornbusch
Und jetzt???
Jetzt bin ich wieder in Kairo, aber auch nur noch ein Monat (ganz genau). den Paul habe ich gestern noch zum Flughafen gebracht.
Alles Liebe
